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Lotto 6aus49 (Mittwoch, 21.6.2017)
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Ein weiterer Lotterievermittler sieht sich dazu gezwungen, sein Geschäft am deutschen Markt einzustellen – dieses Mal erwischt es Jumbo Lotto (Jumbo Interactive GmbH), diese zieht sich zum Ende diesen Jahres vom deutschen Markt zurück. „Unzureichende Provisionen der Landeslotteriegesellschaften sowie unverhältnismäßig hohe Werbe- und Vertriebsbeschränkungen infolge des Glücksspielstaatsvertrages machen es uns unmöglich, in Deutschland wirtschaftlich zu arbeiten“, so Jan Steffen, Geschäftsführer der Jumbo Interactive GmbH in Deutschland. Seit mehreren Jahren bietet der Online Glücksspielanbieter Jumbo Interactive mit Hauptsitz in Australien sowohl dort, als auch in den USA, die Teilnahme an Lotterien über das Internet an – 2013 erhielt Jumbo Lotto die Vermittlungserlaubnis für staatliche Lotterien in Deutschland und wurde Mitglied des Deutschen Lottoverbands (DLV).

Erst vor einem Jahr stellten die Lottohelden, der ehemals zweitgrößte Lotterievermittler in Deutschland, aus finanziellen Gründen ihren Betrieb als staatlicher Vermittler von Lotterieangeboten ein, und wurden nach Großbritannien veräußert. Vor zwei Monaten hatte das ehemalige DLV Verbandsmitglied „Einfachlotto“ Insolvenz anmelden müssen. Keinem einzigen Lotterievermittler gelinge es, profitabel am deutschen Markt zu arbeiten, laut einer aktuellen Umfrage des DLV.

DLV-Präsident Norman Faber erläutert: „Statt das deutsche Lotto zu schützen, trocknet der Staatsvertrag eine ehemals gesunde Branche aus, raubt den erlaubten Lotterievermittlern als Vertriebspartner der staatlichen Lotteriegesellschaften die Existenz und setzt das deutsche Lotteriemonopol rechtlich aufs Spiel. Der Rückzug von Jumbo Interactive aus dem deutschen Markt ist ein weiterer Weckruf an die Politik, den Niedergang des deutschen Lottos aufzuhalten. Während die Lotterieumsätze in den europäischen Nachbarländern in den vergangenen acht Jahren um bis zu 64 % stiegen, sind sie in Deutschland seit Einführung des Glücksspielstaatsvertrages um 26 % eingebrochen. Dem deutschen Lotto fehlen insbesondere innovative neue Produkte und zeitgemäße Werbe- und Vertriebsregelungen.“

Der umstrittene deutsche Glücksspielstaatsvertrag hat in den vergangenen Jahren mehrfach für heftige Kritik gesorgt, nicht zuletzt vom europäischen Gerichtshof, welcher im Februar erneut entschied, dass dieser nicht mit dem Recht der Europäischen Union vereinbar ist. Es ist bereits der dritte Staatsvertrag, der vom Bundesverfassungsgericht (2006) und vom Europäischen Gerichtshof (2010) für rechtswidrig erklärt wurde.

„Die Entwicklung zeigt deutlich, dass das Spannungsverhältnis zwischen Veranstaltern und Vermittlern durch die Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs – faire Provisionierung von Vermittlern und Finanzierung des Online-Eigenvertriebs der Lotteriegesellschaften zu wettbewerbskonformen Bedingungen – von den Bundesländern dringend gesetzlich gelöst werden muss“, so Norman Faber.

Bereits 2012 hatte die Monopolkommission der Bundesregierung die staatlichen Lotteriegesellschaften aufgefordert, für faire Rahmenbedingungen im Glücksspielstaatsvertrag zu sorgen. Vor weniger als zwei Monaten beschlossen die Ministerpräsidenten, lediglich am Sportwetten-Bereich Änderungen vorzunehmen – eine europarechtlich haltbare Regulierung herbeizuführen, scheint somit auch im vierten Versuch zu scheitern.

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