Jobst Meyer
Hannover, 21. März – 18. April 2004

Jobst Meyer beschäftigt sich in seinen Bildern auf höchst intelligente und auch amüsante Weise mit dem Unwahrscheinlichen im Wirklichen und dem Unähnlichen im Ähnlichen. Dabei erfindet er Farbklänge von größter Überraschung und erweist sich damit als Aufsehen erregender Maler. „Ich male den Geruch von ranzigem Himbeereis", begann 1970 eine Art Gedicht von ihm.

Jobst Meyer wurde 1940 in Oberhausen geboren, studierte zunächst in Karlsruhe und dann in Berlin Malerei und war 1968 dort Meisterschüler von Peter Janssen. Unter den Auszeichnungen waren 1968 der Kunstpreis der Jugend, 1973 der Villa-Romana-Preis in Florenz und 1982 der Jubiläumspreis des Kunstvereins Hannover. Der Künstler lebt und arbeitet seit 1978 in Braunschweig.

Der Kunstwissenschaftler Siegfried K. Lang hat über die Bildwelt des Jobst Meyer unter anderem geschrieben: „Wir blicken in einen Raum, in dem merkwürdige technoide Dinge aufgetürmt sind: Geometrie und Zeichen, die plastische Formen angenommen haben. Die Raum- und Dingkonstellationen sind von einer Prägnanz und Klarheit, als ob sie am Reißbrett entworfen wären. Bei aller greifbaren Körperlichkeit sind sie doch seltsam entrückt und unwirklich. Zunächst scheint es, dass die fremdartigen Bauelemente sich gegenseitig tragen, halten und stützen, dass wir eine – wenn auch zweckfreie – Tektonik vor uns haben, die auch in der Realität Bestand haben dürfte. Bei genauerer Prüfung gerät diese Vorstellung jedoch ins Wanken." Später heißt es:

„Die gleichmäßige Dichte des Farbauftrages verleiht den plastischen Gebilden stoffliche Konsistenz und strahlende Präsenz. Das ganze Interieur fluoresziert in einem gefilterten Raumlicht. Es verdankt sein magisches Leuchten der spezifisch altmeisterlichen Eitempera-technik."

Und gegen Schluss seines Textes stellt Siegfried K. Lang fest: „Es geht um Bedingtheit, die Irritierbarkeit des Sehvermögens überhaupt, geschärft durch Problemstellungen der Moderne, die z.B. Konstruktivismus, Pop Art und Farbfeldmalerei aufgeworfen haben. In diesem weitgespannten kunst- und geistesgeschichtlichen Bogen – von Fra Angelico bis zur Moderne – hat Jobst Meyer seine unverwechselbare Bildsprache entwickelt."

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